E-Mail Interview mit Ludger Otten

Ich bin 51 Jahre alt. Von Beruf Bergmann, Schlosser, Schreiner und Grafiker. Irgendwann vor Jahren, bin ich in der Grafikschiene gelandet und auch dabei geblieben.

Ludger Otten
Ludger Otten

01) Ludger, gleich zu Beginn unseres E-Mail Interviews stelle ich Dir die Frage alle Fragen: wie bist Du zur Kunst gekommen?

Ach, kreativ war ich eigentlich schon immer. Es hat mit einfachen Zeichnungen begonnen, bis ich dann später angefangen habe mit einer Airbrush zu arbeiten. Ich habe einige Ausstellungen auch zusammen mit dem Interviewer gemacht. Schließlich bin ich dann über einen PC zu 3D gekommen. Diese Arbeiten bilden mit meinen Fotografien den heutigen Schwerpunkt in meinem künstlerischen Schaffen.

02) Viel Dir die Entscheidung Künstler zu werden leicht?

Nö, überhaupt nicht. Aber als Künstler habe ich mich schon immer gesehen. Ich halte es eher mit dem Ausspruch von Josef Beuys „Jeder Mensch ist ein Künstler!“ Ich denke, als Künstler muss man sich auch selbst sehen wollen, in gewisser Hinsicht auch danach leben. Es ist nicht immer einfach, aber machbar.

Industrial, Foto, 2003.
Industrial, Foto, 2003.

03) Was hat Dich in Deinem beruflichen Leben entscheidend geprägt?

Oh, das ist schwierig. Da waren einerseits Künstler, die ich kennengelernt habe, du zum Beispiel. Zum anderen meine Ausbildung als Schreiner, in der ich jemanden kennenlernte der so eine Art Mentor und guter Freund für mich wurde. Sonst war es meine stete Neugier, die mich inspiriert und geprägt hat.

04) Viele Menschen glauben immer noch, das Künstler das Leben eines Bohémiens führen. Wie sieht der Arbeitsalltag eines Künstlers wirklich aus?

Naja, eher dürftig. Die meisten Künstler leben am Rande des Existenzminimums oder darunter! Mit Hartz IV hat sich diese Situation noch einmal verschärft, denn das Berufsbild Künstler ist dort weder bei der Sachbearbeitung noch in der Weiterbildungen schlicht nicht existent.

Stahl Monument, Foto, 2013.
Stahl Monument, Foto, 2013.

05) Was ist die treibende Kraft für Deine Kunstwerke? Der schöpferische Drang? Die Inspiration?

Ich würde mal sagen beides. Zum einen der Drang künstlerisch tätig zu sein, zum anderen aber auch die Inspiration. Der Drang ist in erster Linie das hinaus gehen zum fotografieren. Die Inspiration ist wichtig für meine Arbeiten in 3D, die oft lange Planung und viel Arbeit bedeuten.

06) An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

An vielen und doch keinen konkreten 😉 . Wenn es anfängt warm zu werden bin ich draußen knipsen. Ich mag es auch nicht so sehr mich an ein Projekt zu binden.

Stress! Enkaustik auf Leinwand, 30cm mal 40 cm, 2011
Stress! Enkaustik auf Leinwand, 30cm mal 40 cm, 2011

07) Der Computer ist heute ein wichtiges Werkzeug für den Künstler. Dazu kommt noch das Internet. Diskussionsforen, Webseiten, Blogs und Datenbanken wie etwa Artmight.com sind für viele unentbehrlich geworden. Wie stark nutzt Du für Deine Arbeit das Internet?

Sehr stark. Ich sehe das Internet als wichtigste Plattform für meine Bilder.

Abstraktion 02, Mischtechnik, 2010.
Abstraktion 02, Mischtechnik, 2010.

08) Du betreibst einen eigenen Blog, fenrirxxl.blogspot.de. Wie kam es dazu?

Das Blog geht auf meine alte Website zurück. Für mich ist das Bloggen der beste Weg, meine Gedanken, Ideen und Bilder zu transportieren. Geschäftliche Interessen verfolge ich damit keine.

09) Wie ist Deine Meinung zu den „neuen Medien“, wie Facebook, Twitter, StudiVZ, Xing, und dergleichen?

Von den letzten dreien halte ich nicht so viel. In Facebook habe ich eine Fanseite und meine Beiträge im Blog werden dort, wie auch bei Google Plus, automatisch gepostet.

Echse, 2013
Echse, 2013

10) Wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt. Wie gehst Du mit diesen Veränderungen um?

So gut es eben geht. Ich sehe mich als technik- und internetaffinen Menschen. Ich kann und möchte auch mithalten, obwohl das sicherlich nicht einfach ist.

Portrait, Tusche und Bleistift auf Karton, 1997.
Portrait, Tusche und Bleistift auf Karton, 1997.

11) Wenn Du einen Plan für die nächsten, sagen wir vier Jahre hättest, wie würde der in etwa aussehen?

Mich psychisch stabilisieren, abnehmen, Arbeit finden. Mit meinem Leben klarkommen, kreativ sein. Viel zu fotografieren, unterwegs sein.

Erdmännchen im Duisburger Zoo
Erdmännchen im Duisburger Zoo, 2013

12) Was würdest Du den Menschen raten, die gerade ihr Abitur/Hochschulreife erlangt haben und die vor der Entscheidung stehen ob Sie ein Studium beginnen oder in das Berufsleben einsteigen sollen?

Sie sollten ihre Träume nicht vergessen. Das machen wofür das Feuer der Leidenschaft brennt. Das Leben ist viel zu kostbar und zu kurz um es mit unnötiger, blödsinniger und stupider Arbeit zu verschwenden.

Wolfsgeschwister, 2012
Wolfsgeschwister, 2012

13) Wenn Du auf Deine Karriere zurückblickst, worauf bist Du besonders stolz?

Darauf, ich selbst geblieben zu sein. Mich nicht manipulieren zu lassen. Das zu tun an dem ich Spaß habe, viel gelernt und mir selbst beigebracht zu haben.

14) Gibt es einen Traum, den Du dir erfüllen möchtest?

Viele…

Meisenfütterung, 2013
Meisenfütterung, 2013

15) Zum Abschluss möchte ich Dir eine ganz persönliche Frage stellen: was hast Du vom Leben gelernt?

Aua. Das zu tun was man will, wofür man Leidenschaft besitzt.

Halde Hoheward, Foto, 2013.
Halde Hoheward, Foto, 2013.

 

E-Mail Interview mit Thorsten Ulrich Hülsberg

Thorsten Ulrich Hülsberg wurde 1971 in Leverkusen geboren. Nach dem Fachabitur absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann und eine weitere zum Versicherungsfachmann. Bis zur Jahrtausendwende war er für verschiedene nationale und internationale Unternehmen im Bereich der Finanzdienstleistungen tätig. Danach wechselte er in den Bereich Kunst und Kultur und baute in dieser Zeit ein Internetportal für Kunst und Kreativität gekoppelt mit einer Galerie auf. Seit über einem Jahrzehnt tritt Thorsten Hülsberg nun auch schon selber als freischaffender Künstler im Bereich abstrakte Malerei, Digitales und Photographie in Erscheinung und bereiste im Rahmen einer Dokumentation über Kunst und Kultur in Europa diesen Kontinent. Außerdem baute er journalistische Internetplattformen, wie zum Beispiel fairschreiben.de oder auch den BALLacker auf. Alle diese Fähigkeiten bündelt er seit 2010 in seiner Agentur hÜlsberg – Die Sache mit dem Ü! – Die Agentur für Kunst, Kultur, Journalismus, Text, Fotografie, PR & SocialMedia in seiner Heimatstadt Leverkusen.

01) Thorsten, gleich zu Beginn unseres Email-Interviews stelle ich Dir die Frage alle Fragen: wie kamen Sie zur Kunst?

Mich hat sprichwörtlich die Muse geküsst und dies führte Ende des letzten Jahrtausends dazu, dass eine lange schlummernde Berufung, der ich bis dahin nur als Hobby gefolgt war, auch zu meinem beruflichen Lebensmittelpunkt wurde.

Titel: "Christ". Quelle: Thorsten Hülsberg.
Titel: „Christ“. Quelle Thorsten Hülsberg.

02) Viel Dir die Entscheidung Künstler zu werden leicht?

Absolut!

03) Was hat Dich in Deinem beruflichen Leben entscheidend geprägt?

Meine Eltern. Meine kaufmännischen Ausbildungen. Meine Reise durch Europa. Der Drang immer wieder Neues zu entdecken und zu schaffen.

04) Viele Menschen glauben immer noch, das Künstler das Leben eines Bohémiens führen. Wie sieht der Arbeitsalltag eines Künstlers wirklich aus?

Zwischen 6.00 Uhr und 7.00 Uhr aufstehen. News schauen und frühstücken. Texten, Netzwerk pflegen und Kunst schaffen bis ca. 19.00 Uhr. Ein wenig Sport, Abendbrot und bis in den Abend / die Nacht weiter Texten und an Werken arbeiten. Dies in der Regel sieben Tage in der Woche, wobei natürlich auch noch der Haushalt, Einkäufe und ähnliches geschmissen werden will.

05) Was ist die treibende Kraft für Deine Kunstwerke? Der schöpferische Drang? Die Inspiration?

Meine Inspiration ist das Leben da draußen und der Drang besteht darin mit Menschen zu kommunizieren, was in künstlerischer Form, wie auch in journalistischer Form geschieht. Es geht darum Hinweise ohne erhobenen Zeigefinger zu geben.

06) An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

Ein weiterer Teil meiner GRAUZONE. Aktueller Teil ist eine 40 qm Raumcollage an der sich gut 130 internationale Kreative mit DIN A 4 Beiträgen beteiligen, die auf eine erste von mir gestaltete Schicht aufgetragen werden. Außerdem werde ich bald schon mit 15>X<15 anfangen aber die Informationen hierzu bleiben vorerst noch mein Geheimnis.

Titel: "Thorsten U Huelsberg". Quelle: Thorsten Huelsberg.
Titel: „Thorsten U Huelsberg“. Quelle: Thorsten Huelsberg.

07) Der PC ist ein wichtiges Werkzeug für Künstler. Dazu kommt noch das Internet. Diskussionsforen, Webseiten, Blogs und Datenbanken wie etwa artmight.com sind für viele unentbehrlich geworden. Wie stark nutzt Du für Deine Arbeit das Internet?

100 Prozent, mein Schaffen wäre ohne dieses Medium kaum denkbar, wobei es dann wahrscheinlich andere Wege geben würde, denn Wege findet man immer.

08) Du betreibst einen eigenen Blog. Wie nutzt Du dieses Medium?

Ich betreibe gleich mehrere Blogs und dies zu Informationszwecken und um Menschen zum Denken anzuregen aber natürlich auch um meine Kunst zu präsentieren.

09) Wie ist Deine Meinung zu den „neuen Medien“, wie Facebook, Twitter, StudiVZ, Xing, und dergleichen?

Richtig eingesetzt ist es genial, erfordert aber ein hohes Maß an Selbstdisziplin und hier zweifel ich doch sehr daran, dass diese viele Leute mit sich bringen und dann kann es auf den verschiedensten Ebenen auch schnell zur Falle bzw. zum Fluch werden.

10) Wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt. Wie gehst Du mit diesen Veränderungen um?

Ich versuche mir ganz radikal das aus meiner Sicht der Dinge wirklich Wichtige herauszupicken und es für meine Ziele einzusetzen und auf das Negative hinzuweisen und dagegen zu arbeiten.

Titel: "For the sun". Quelle: Thorsten Huelsberg.
Titel: „For the sun“. Quelle: Thorsten Huelsberg.

11) Wenn Du einen Plan für die nächsten, sagen wir vier Jahre hättest, wie würde der in etwa aussehen?

Aufbau eines Medienhauses, um im Bereich Journalismus noch mehr zu schaffen und besser aufgestellt zu sein. Aufbau einer internationalen Kunstsammlung im Rahmen eines Kunstclubs, um Gelder für Kunst und Kultur zu akquirieren. Weitere offene Kunstprojekte von mir abzuschließen.

12) Was würden Du den jungen Menschen raten, die gerade ihr Abitur / Hochschulreife erlangt haben und die vor der Entscheidung stehen ob Sie ein Studium beginnen oder in das Berufsleben einsteigen sollen?

In jedem Fall ins Berufsleben einsteigen und kreativ und flexibel sein, denn vom aktuellen Arbeitsmarkt und den heutigen Anforderung wird am Ende des Prozesse, der gerade durchlaufen wird, so oder so, nichts übrig bleiben und dies wird auch die Anforderungsprofile völlig verändern.

13) Wenn Du auf Deine bisherige Karriere zurückblickst, worauf bist Du besonders stolz?

Meine journalistische Arbeit, meine Ausstellungen und künstlerischen Arbeiten und auf meine Eltern, die all dies bis heute mit Herzblut unterstützen.

14) Gibt es einen Traum, den Du Dir erfüllen möchtest?

Meine Reise durch Europa in dieser Form zu weiderholen, aber dann mit einem weltweiten Fokus. Vorher muss aber noch ein Großteil der über 100.000 Photographien bearbeitet werden, die während der Europatour entstanden.

15) Zum Abschluss möchte ich Dir eine ganz persönliche Frage stellen: was habst vom Leben gelernt?

Das alles geht, wenn man nur an seine Ziele glaubt und diese kompromisslos verfolgt!

Titel: "bUdapest". Quelle: Thorsten Huelsberg.
Titel: „bUdapest“. Quelle: Thorsten Huelsberg.